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Der Komponist, Forscher und Lehrender Marco Stroppa (Verona, 1959) studierte Musik in Italien mit den Schwerpunkten Klavier, Chormusik und Dirigieren, Komposition sowie elektronische Musik. Er vertiefte seine Studien am MIT Media Laboratory mit den Schwerpunkten Informatik, kognitive Psychologie und künstliche Intelligenz. Von 1980 bis 1984 arbeitete er am Zentrum für Computational Sonology in Padua, wo er Traiettoria komponierte, ein Werk, das sofort großen Erfolg hatte und bis heute regelmäßig aufgeführt wird.
1982 lud ihn Pierre Boulez ins IRCAM nach Paris ein, womit eine Zusammenarbeit begann, die für seine musikalische Entwicklung von entscheidender Bedeutung war.
Als hoch angesehener Pädagoge gründete Stroppa den Workshop für Komposition und Computermusik am Internationalen Bartók-Seminar in Szombathely, Ungarn, wo er 13 Jahre lang unterrichtete. 1999 wurde er zum ordentlichen Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (Musikhochschule) in Stuttgart ernannt. Er unterrichtete außerdem an den Musikkonservatorien (CNSMD) in Paris und Lyon. Stroppas Werkverzeichnis umfasst zahlreiche Werke für Orchester, traditionelle Instrumente, elektronische Instrumente, Radioopern, Theatermusik und kontextbezogene Stücke, z. B. seine Partitur für das Performance-Stück Race von Pascal Rambert, das 1997 beim Oktoberfestival in der Normandie uraufgeführt wurde. Zu seinen wichtigsten Werken zählen: Traiettoria (1982–84) für Klavier und Computer, Hiranyaloka (1993–94) und Ritratti senza volto (2007) für Orchester, Zwielicht (1998) für Kontrabass, zwei Schlagzeuger und Elektronik, Perché non riusciamo a vederla? (2008) für 24-stimmigen Chor und Alt, die Trios Hommage à Gy.K. (2004) und Osja: Seven Strophes for a Literary Drone (2005), Come play with me (2018), ein Konzert für Solo-Elektronik und Orchester, sowie eine Reihe von Konzerten für Instrumente und räumlich verteiltes Orchester oder Ensemble, inspiriert von den Gedichten von W.B. Yeats (Upon a Blade of Grass, From Needle’s Eye, Let Me Sing into Your Ear). Seine erste Oper, Re Orso, basiert auf einem Text von Arrigo Boito, wurde unter großen Beifall im Mai 2012 an der Opéra Comique in Paris uraufgeführt. Zu seinen jüngsten bedeutenden Auftragswerken zählen Lance dei crepuscoli (2022–2023) für elektroakustisches Totem und Ambisonic-System im Auftrag des IRCAM-Centre Pompidou sowie Come play with me (2016) für Solo-Elektronik und Orchester im Auftrag des SWR Symphonieorchesters.