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impuls . Internationaler Kompositionswettbewerb

 

Komponisten für 2021

Vielen Dank an die zahlreichen Komponierenden aus vielen Ländern Asiens, Amerikas, Australiens und Europas, die an dem von impuls 2018 ausgeschriebenen internationalen Kompositionswettbewerb teilgenommen haben. Die Auswahl der im Februar 2019 tagenden, aus Komponisten und Musikern zusammengesetzten Jury (Pierluigi Billone, Bernhard Gander, Vera Fischer, Dmitri Kourliandski, Mikael Rudolfsson) fiel für fünf Aufträge auf:

 

Ole Hübner (*1993, Deutschland)

Alexander Kaiser (*1985, Italien)

Emre Sihan Kaleli (*1987, Türkei)

Sonja Mutić (*1984, Serbien/Kroatien)

Yiqing Zhu (*1989, China/Deutschland)

 

Diese Komponisten sind zum impuls Composition Workshop mit dem Klangforum Wien nach Wien und Graz eingeladen und erhalten von impuls Aufträge für neue Ensemblestücke, die sodann am 17. Februar 2021 in Graz im Rahmen des impuls Festivals ihre Uraufführung erleben werden.

 

 

 

 

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Foto: Jakob Boeckh

Ole Hübner

Ole Hübner (*1993) studierte Komposition in Hannover und Köln, es folgte ein Masterstudium am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (bei Heiner Goebbels u.a.). Seit 2018 unterrichtet er Komposition und interdisziplinäre Klangkonzepte an der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg; seit 2020 nimmt er an der Kompositionsmeisterklasse der HfM Dresden (bei Mark Andre, Stefan Prins, Manos Tsangaris) teil.

Ausgehend von Gießener Theaterkollektivmodellen entwickelt er in fester Zusammenarbeit mit Maria Huber und Jakob Boeckh (als the paranormal φeer group) Formen radikal diskursiver, demokratischer und hierarchieloser Stückgenese und Co-Autor*innenschaft für das Musiktheater. Zudem ist er festes Mitglied des deutsch-schweizerischen Musiktheaterkollektivs The Navidsons. Er wirkte u.a. an den Musiktheaterproduktionen The Navidson Records (Devaud, Dick, Hübner, Hverring, Lim, Quindici, Schiefer, Tesche, Wyler von Ballmoos u.a.; Münchener Biennale 2016), Orpheus Moments (Blum, Boeckh, Hübner, Tesche; La Biennale di Venezia 2017), вепрь и рыба (Wildschwein und Fisch; Hübner, Malinina, Tcvetkova-Plotnikova; Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater Moskau 2018), Revolutions Per Minute (Heemann, Hübner, Mihály, Ripchinsky, Wehr; Gallus Theater Frankfurt a.M. 2019) und Ødipus REC. (Devaud, Huber, Hübner, Tesche, Wyler von Ballmoos, Ensemble Lemniscate, Taylor, Douglas; Gare du Nord Basel) mit. Die Oper opera, opera, opera! revenants and revolutions auf ein Libretto von Thomas Köck entstand für die Münchener Biennale 2020 in Koproduktion mit der Oper Halle.

 

Doch auch der konzertanten Musik fühlt sich Ole Hübner verpflichtet. In diesem Bereich arbeitete er u.a. mit dem Klangforum Wien, dem Ensemble Modern, dem Decoder Ensemble, dem NAMES Ensemble, airborne extended und diversen Solist*innen, insbesondere auf dem Gebiet der Vokalmusik, zusammen. Seine Musik wurde in Europa, Asien und Nordamerika aufgeführt. Von zentralem Interesse ist für ihn in allen Gattungen die Bereicherung und Neubewertung von Wissen und Techniken der Neuen Musik durch theatrale bzw. theaterwissenschaftliche Perspektiven. In vielen seiner Werke werden performative Aspekte, die dem Musizieren selbst inhärent sind, kompositorisch fokussiert und herausgearbeitet. Die Entwicklung ungewöhnlicher Klangkombinationen ganz ohne Elektronik reizt ihn seit einigen Jahren besonders, weshalb die Einbeziehung einer Vielzahl von Instrumentenpräparationen, zusätzlichen Klangerzeugern und Alltagsgegenständen charakteristisch für seine neueren Ensemblekompositionen ist.

 

Ab 2021 ist Ole Hübner künstlerischer Leiter des Musik 21 Festivals für zeitgenössische Musik in Hannover. Er wurde mehrfach ausgezeichnet: mit dem 63. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart 2018, einem Aufenthaltsstipendium der Villa Aurora Los Angeles 2019, und einem Bundesstipendium für die Cité Internationale des Arts Paris 2019/20.

 

www.olehuebner.wordpress.com

 

 

 

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Foto: Benno Feichter

Alexander Kaiser

Alexander Kaiser ist ein Komponist aus Italien (geb. 1985) und lebt zur Zeit in Wien. Er studierte Komposition an der Musik- und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien bei Christian Minkowitch und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Beat Furrer.
Er nahm an mehreren Meisterkursen teil und erhielt dabei Unterricht von Georg Friedrich Hass, Peter Ablinger, Jörg Widmann, Dieter Ammann, Isabel Mundry, Clemens Gadenstätter, Jorge Sánchez-Chiong, Enno Poppe, Dimitri Kourlianski und Lucia Ronchetti. Seine Musik wurde unter andrem von Festivals, Institutionen und Ensembles wie dem Klangforum Wien, Interface Ensemble, Studio for New Music Ensemble, Schallfeld Ensemble, Platypus Ensemble, The Black Page Orchestra, Ensemble Noen, Reconsil Ensemble, dem Konzerthaus Wien, Musikverein Wien, Radiokulturhaus Wien, Vienna International Saxfest, Wien Modern, Klangspuren Schwaz, Transart Festival, MATA Festival, Austrian Cultural Forum New York und Gustav Mahler Musikwochen uraufgeführt, präsentiert und in Auftrag gegeben. Er besuchte mehrmals die impuls Akademie und die Donaueschinger Musiktage, erhielt 2019 das Staatsstipendium für Komposition der Republik Österreich und war dreimaliger Finalist des Ö1 Talentebörse Kompositionspreises.

 

www.kaiser-alexander.com

 

 

 

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Foto: Thanasis Deligiannis

Emre Sihan Kaleli

Emre Sihan Kaleli wurde 1987 in Ankara geboren und ist ein türkischer Komponist, der derzeit in Wien lebt. Er studierte und sammelte auch professionelle Erfahrungen in vier Ländern: in der Türkei, in Usbekistan, den Niederlanden und in Österreich. So hatte er Gelegenheit, enge künstlerische Beziehungen mit bestimmten Solisten und Kollektiven aufzubauen: Matthias Arter (Oboe, Schweiz), Aleksandra Bajde (Stimme und Performance, Slovenia), das Omnibus-Ensemble (Usbekistan), die pre-art Solisten (Schweiz), das Nieuw Ensemble (Niederlande) und das Ensemble Modelo62 (Niederlande). Diese Kollaborationen spielten eine wichtige Rolle in seiner künstlerischen Entwicklung.

Studien mit Richard Ayres, die außerschulische Betreuung durch Joël Bons sowie die Meisterklassen mit Dmitri Kourliandski waren weitere wichtige Einflüsse für ihn. Kalelis bisherige Arbeit konzentriert sich nicht nur auf eine einzige ästhetische Richtung oder einen einzigartigen Stil. Im Gegenteil: Die meisten seiner Kompositionen unterscheiden sich stark voneinander und zeigen eine Vielzahl von ästhetischen Richtungen und dementsprechenden technischen Mitteln. Als gemeinsames Merkmal lässt sich feststellen, dass seine Musik sehr expressiv ist – sie ist impulsiv, mit häufigen und abrupten Änderungen, und widerspiegelt eine Fülle von musikalischen Szenen und Situationen.

 

www.emresihankaleli.com

 

 

 

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Foto: unbezeichnet

Sonja Mutic

Sonja Mutić ist Komponistin, Performerin und Doktorandin an der Harvard University. Sie arbeitet mit Klängen im Grenzbereich zur Stille, Harmonien und Geräuschen, wobei sie minimale Mittel einsetzt, um Klangtexturen mit maximalem Ausdruck zu schaffen. Ihr Interesse gilt der Langsamkeit, der künstlerischen Selbstentblößung und der Verletzlichkeit.

Geboren in Kroatien und aufgewachsen in Serbien, absolvierte Sonja ein Masterstudium an der Universität der Künste in Belgrad, ein postgraduales Studium an der Kunstuniversität Graz und ist derzeit Doktorandin an der Harvard University, wo sie bei Chaya Czernowin und Hans Tutschku studiert.

Sie ist Preisträgerin des Adelbert W. Sprague Prize, Harvard University (2021, 2020), Hildegard Competition (2020), impuls-Preis (2019), Styria-Artist-in-Residence Graz (2018), Judith Lang Zaimont Preis (2017), Sigismund Toduţă (2017), Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik (2016), Young Composers Meeting (2014), Künstlerhaus Boswil artist-in-residence (2014-15), pre-art (2013), Josip Slavenski (2011). 

Ihre Musik wurde u.a. von den Ensembles Elision, Cairn, National Sawdust, Constellation Chor, Schallfeld, Studio 6, Lucerne Festival Alumni, Orkest de Ereprijs, pre-art und Fractales aufgeführt, mit Aufführungen bei Lucerne Festival, Gaudeamus Muziekweek, International Rostrum of Composers, Festival ensemble(s), impuls Minuten Konzerte, Culturescapes, Echofluxx, mise-en, International Review of Composers etc. 

 

www.sonjamutic.com

 

 

 

 

 

 

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Foto: Liyi Lu

Yiqing Zhu

Yiqing Zhu, 1989 in Shanghai geboren, ist ein chinesischer Komponist und Pianist. Bereits in frühen Jahren begann er Bayan, Violine, chinesische Pipa sowie klassische Gitarre zu spielen. Sein Kompositionsstudium begann er 2008 am Shanghai Conservatory of Music unter Professor Huang Lv und Prof. Guohui Ye. Nach einem Jahr als Erasmus-Student bei Prof. Niels Rosing-Schow an der Royal Danish Academy of Music, setzte Yiqing Zhu, zwischen 2016 und 2019, seine Studien an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart bei Professor Marco Stroppa fort.

Sein Stück "DeepGrey" (für Orchester) gewann den 1. Platz des Basler Kompositionswettbewerbs 2021. Er gewann auch den Impuls-Wettbewerb (Graz) 2019, den Dyce-Wettbewerb (Mailand) 2019 und den 3. Platz des Singapore Chinese Orchestra-Wettbewerbs 2011.

Seine Werke wurden auf verschiedenen Musikfestivals und Konzerten gespielt, wie z.B. Manifeste 2017, ilSuono contemporary Music Week 2017, Lucerne Festival 2018, Shanghai New Music Week 2018, Festival Archipel 2019, Dyce project 2019, Impuls Festival 2021 u.a.m.

Neben zeitgenössischer Musik beschäftigt er sich auch mit traditioneller östlicher Musik, elektronischer Musik, Jazzmusik, Filmmusik, Weltmusik sowie Popularmusik.

Seine Musik wurde außerdem von zahlreichen Solisten und Ensembles beauftragt und gespielt, unter ihnen Ensemble Intercomtemporain, Ensemble Musikfabrik, Ensemble of Lucerne Festival Alumni, Klangforum Wien, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Mivos Quartet, Quatuor Diotima, Divertimento Ensemble, ensemble xx. jahrhundert, Ensemble Soundstreams, Ensemble Suono Giallo, Han String Quartet, Copenhagen Piano Quartet, Ensemble Echtzeit, Shanghai Symphony Orchestra, Shanghai Philharmonic Symphony Orchestra, Singapore Chinese Orchestra u.a.m.

 

yiqingzhu.com